Neuraltherapie
Bei der Neuraltherapie wird mittels Injektionen von Lokalanästhetika behandelt. Dies sind Medikamente, die eine Körperregion für kurze Zeit örtlich schmerzunempfindlich machen.
Der Arzt Ferdinand Huneke entdeckte das sogenannte «Sekundenphänomen»: Bei einer Frau, die er monatelang erfolglos wegen Schulterschmerzen behandelt hatte, spritzte er ein Lokalanästhetikum in eine entzündete Wunde am Fuß. Plötzlich verschwanden die Schulterschmerzen. Daraus schloss Huneke, dass es Störfelder im Körper geben muss, welche die Fähigkeit haben, über die Reizung von Nervenbahnen in einer anderen Körperregion Krankheiten und Schmerzen auszulösen. Gleichzeitig hatte er ein Mittel gefunden, wie man derartige Krankheiten heilen konnte
Bevor der Therapeut mit der Neuraltherapie beginnt, befragt und untersucht er den Patienten ganz genau, um herauszufinden, wo im Körper das Störfeld sitzt. Dabei stehen ihm folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
- Lokale Behandlung: Injektion direkt in die schmerzende Stelle.
- Segment-Therapie: Injektion in das zur schmerzenden Stelle gehörende Segment (Körperteil).
- Störfeld-Therapie: Injektion in ein vermutetes Störfeld.
Die Neuraltherapie ist besonders geeignet zur Behandlung von Erkrankungen, die durch eine fehlerhafte Körperregulation zustande kommen. Das heißt, dass die Neuraltherapie bei Funktionsstörungen der Organe helfen kann, nicht aber bei bereits durch die Krankheit zerstörten Strukturen. Die Neuraltherapie wird vor allem zur Behandlung von fast allen akuten Schmerz- und Entzündungszuständen eingesetzt.
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