Ausleiten
Ab- und ausleitende Therapieverfahren dienen der Entgiftung und Entschlackung des Körpers, seiner Reinigung von Stoffwechselendprodukten oder Toxinen (Giftstoffen). Ausleitend wirken alle Verfahren, die durch Schaffung einer künstlichen „Öffnung“ dem Körper helfen, schädliche Stoffe nach außen auszuleiten. Als ableitend werden diejenigen Verfahren bezeichnet, die falsch verteilte oder gestaute „Körpersäfte“ umverteilen und wieder in Fluss bringen.
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Grundsätzlich unterschieden werden die Aus- und Ableitung über die Haut, die Ableitung über den Darm, über Leber und Galle, über die Nieren und das Lymphsystem (s. u.). Zu den allgemein positiven Wirkungen der Verfahren zählen z. B.:
- Entlastung des Stoffwechsels
- Förderung von Ausscheidungs- und Entgiftungsprozessen
- Positive Beeinflussung von Schmerzzuständen und psychischen Belastungen
- Reinigung von Blut, Lymphe und umgebenden Geweben
- Stärkung und Harmonisierung des Immunsystems
Verfahren und Anwendung
Die Auswahl eines geeigneten Ab- oder Ausleitungsverfahrens ist abhängig von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren. Zu Beginn steht eine ausführliche Befunderhebung des Patienten, seiner Konstitution (körperliche und seelische Verfassung), Disposition und Diathese (angeborene oder erworbene Veranlagung oder Neigung, bestimmte Krankheiten zu entwickeln) sowie seiner momentanen Lebenssituation. Hinzu kommt eine ausführliche Diagnostik (z. B. mit Hilfe der Iridologie oder Kinesiologie), bei der ermittelt wird, über welches Organsystem die Ab- oder Ausleitung am wirkungsvollsten erfolgen kann. Der Heilpraktiker ermittelt dann auf der Basis dieser vielen Informationen das individuell „richtige“ Verfahren und Organsystem.
Ableitung über die Haut
Die Haut ist das größte Organ des Menschen, sie trennt die „Innenwelt“ von der „Außenwelt", ist Spiegel der Seele und vor allem auch ein wichtiger Regulator z. B. des Flüssigkeitshaushalts oder der Körpertemperatur. Über Schweiß und andere Drüsensekrete fungiert sie als wichtiges Ausscheidungsorgan.
Aderlass
Beim Aderlass wird dem Patienten eine begrenzte Menge Blut aus der Vene abgenommen. Die Menge variiert je nach Art des Aderlasses, des Krankheitsbildes und der Konstitution (körperliche und seelische Verfassung) des Patienten. Die Wirkung ist entstauend, blutverdünnend und durchblutungsfördernd. Der Aderlass unterstützt die Ausleitung schädigender Stoffe (antidyskratische Wirkung, Dyskrasie = Störung in der Verteilung der „Körpersäfte“) und wirkt antientzündlich, krampflösend, schmerzlindernd und beruhigend.
Baunscheidt-Verfahren
Bei dem von Carl Baunscheidt (1809-1973) entwickelten Verfahren werden mit Hilfe eines „Stichelgeräts“ kleine Hautöffnungen geschaffen, über die krankmachende Stoffe aus dem Körper entweichen können. Ein spezielles, hautreizendes Öl (Baunscheidt Öl) unterstützt die durchblutungsfördernde, lymphflussanregende, tonisierende (kräftigende) und immunstärkende Wirkung.
Schröpfen
Die Schröpftherapie gehört zu den ältesten Heilbehandlungen überhaupt – erste Hinweise darauf finden sich schon 3000 v. Chr. Unterschieden wird zwischen blutigem Schröpfen, trockenem Schröpfen und der Schröpfkopfmassage. Die Wirkung richtete sich nach der Methode. Grundsätzlich werden die Durchblutung in dem geschröpften Gebiet angeregt, der Stoffwechsel und damit der Abtransport von schädigenden Stoffwechselendprodukten verbessert, Schmerzen und Verspannungen gelindert und die Selbstregulation des Körpers unterstützt.
Ableitung über den Verdauungstrakt
Der Verdauungstrakt dient gleichermaßen der Aufnahme von Stoffen als auch ihrer Ausscheidung. Er gilt als „Wiege des Immunsystems“ und ist von zentraler Bedeutung für die Gesundheit des Menschen.
Ernährungstherapien
Eine gesunde, vollwertige Ernährungsweise ist generell empfehlenswert. Daneben gibt es diverse Ernährungskonzepte, die der Entlastung eines überlasteten Stoffwechsels, der Entschlackung und der Reinigung des Organismus dienen. Dazu zählt z. B. das Buchinger Heilfasten (der bewusste Verzicht auf Nahrungs- und Genussmittel bei reichlicher Flüssigkeitszufuhr durch Säfte und Gemüsebrühen), die F.X. Mayr-Kur (ein dreistufiges Konzept aus Fasten, einer Milch-Semmel-Diät und einer darauf folgenden, vor allem basenreiche Lebensmittel umfassenden, milden Ableitungsdiät), die Schrothkur (Trinktage mit Obstsaft, Brühen, Weißwein und sog. „Trockentage“ mit Getreideschrot, Vollkornbrot u. a. im Wechsel), Saftfasten, Molkefasten u. v. m.
Leberwickel
Leberwickel fördern die Durchblutung der Leber, dem wichtigsten Entgiftungsorgan des Körpers, und werden unterstützend im Rahmen einer mikrobiologischen Therapie oder bei Fasten- und Entschlackungskuren angewendet. Sie helfen u. a. bei Verdauungsstörungen, Unruhe, Verstimmungen und wirken allgemein entspannend.
Weitere, auch medikamentöse Therapien
Es gibt eine Vielzahl naturheilkundlicher Arzneien und Therapieformen, die die Ausscheidung von gesundheitsschädigenden Stoffen über den Darm fördern und z. B. abführend wirken, die Entgiftungsfunktion der Leber stärken oder die Gallentätigkeit anregen. Mittel dazu finden sich z. B. innerhalb der mikrobiologischen Therapie, in der Phytotherapie, der Spagyrik, der Traditionellen chinesischen Medizin, der Fußreflexzonentherapie der Biochemie nach Dr. Schüßler u. v. a. Die Gabe von Emetika („Brechmitteln“) ist heute nur noch in Ausnahmefällen üblich (z. B. bei einigen Formen akuter Vergiftung).
Ableitung über die Nieren
Die Nieren sind von zentraler Bedeutung für die Entgiftung des Körpers und die Aufrechterhaltung seines gesunden Zellmilieus. Sie sorgen u. a. für den Erhalt eines gesunden Säure-Basen-Gleichgewichts, für die Ausscheidung sog. „harnpflichtiger Substanzen“ wie Harnstoff oder Harnsäure, von Medikamenten oder Umweltgiften und halten den Wasserhaushalt im Körper konstant.
Entsäuerungs-Therapie
Die Niere sorgt als Ausscheidungs- und Regulationsorgan für die Erhaltung eines gesunden Säure-Basen- Haushalts im Körper. Durch die Aufnahme zu vieler saurer bzw. säurebildender Nahrungsmittel (z. B. Fleisch, Zucker, Weißmehl, Kaffee) kann dieser Säure-Basen-Haushalt in ein gesundheitsschädliches Ungleichgewicht gebracht werden, was auf Dauer gesundheitsschädigende Folgen haben kann. Die Entsäuerungs-Therapie ist deshalb eine Kombination aus basischen Medikamenten, ausreichender Flüssigkeitszufuhr (mind. 2 l natriumarmes Mineral- oder Heilwasser, Kräutertee etc. täglich), Ernährung v. a. mit basenbildenden Lebensmitteln (z. B. Kartoffeln, Molke) und ausreichend Bewegung.
Weitere, auch medikamentöse Therapien
Es gibt eine Vielzahl naturheilkundlicher Arzneien und Therapieformen, die die Ausscheidung von gesundheitsschädigenden Stoffen über die Nieren fördern. Mittel dazu finden sich z. B. in der Phytotherapie, der Spagyrik, der Traditionellen chinesischen Medizin, der Fußreflexzonentherapie der Biochemie nach Schüßler u.v.a.
Ableitung über das Lymphsystem
Die Lymphe („Gewebewasser“) übernimmt im Körper viele wichtige Aufgaben, u. a. bei der Immunabwehr und sorgt für den Abtransport von Stoffwechselendprodukten, Krankheitserregern, Fremdkörpern etc. In der Naturheilkunde wird sie als wichtiges Ausleitungsorgan gesehen.
Bewegung
Anders als das Blut wird die Lymphflüssigkeit nicht vom Herzen durch den Körper gepumpt, sondern durch Muskelbewegung, Atemtätigkeit und den Pulsschlag naher Arterien befördert. Bewegung fördert also effektiv den gesunden Strom der Lymphe, ebenso wie Atemübungen oder Wechselduschen (Durchblutungsförderung).
Cantharidenpflaster
Das von Aschner (s. o.) als „weiße Schwester der Schröpfkunst“ bezeichnete Verfahren wird heute nur noch selten angewandt. Es bezeichnet ein mit einer speziellen Paste bestrichenes Pflaster, das eine lokale, künstliche Verbrennung 2. Grades erzeugt. Es bilden sich Quaddeln und Blasen, die zu einem Abtransport von Gewebeflüssigkeit (die Stoffwechselendprodukte und Schmerzmediatoren (den Schmerzreiz vermittelnde Stoffe) enthält) an die Hautoberfläche führen.
Lymphdrainage
Eine nur von speziell ausgebildeten Therapeuten durchzuführende Massagetechnik, die den Lymphfluss anregt und den Abtransport sog. „lymphpflichtiger Substanzen“ (z. B. Hormone, Stoffwechselendprodukte, Fremdkörper) fördert.
Weitere, auch medikamentöse Therapien
Es gibt eine Vielzahl naturheilkundlicher Arzneien und Therapieformen, die die Ausscheidung von gesundheitsschädigenden Stoffen über das Lymphsystem fördern. Mittel dazu finden sich z. B. in der Phytotherapie, der Spagyrik, der Traditionellen chinesischen Medizin, der Fußreflexzonentherapie der Biochemie nach Schüßler u.v.a.
Anwendung und Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Risiken
So vielfältig wie die Verfahren zur Ab- und Ausleitung, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten ihrer Anwendung. Auch mögliche Gegenanzeigen ergeben sich erst aus der Wahl des Verfahrens und hängen von den individuellen Voraussetzungen (Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme etc., s. o.) des Patienten ab. Lassen Sie sich von uns ausführlich beraten
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Gabriele und Reiner Ossmann.
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